Desde la Niebla – Franz Andreas Loeser
“Tröpfen aus dem Brunnen des Lebens” (Gotas de la fuente de la vida, publicado en Düsseldorf en 1910) parece ser su único libro. El último poema, “Abschied vom Büchlein” (Despedida de mi librito) sugiere que el autor demoró en componerlo entre uno y
dos años, pero no parece ser una obra de juventud, entre otras cosas, por la cansina melancolía que delatan algunas piezas; por otra parte, la depurada dicción poética y la soltura en el manejo de diversos metros, incluido el soneto alemán y el verso libre alemán clásico, hacen casi imposible que sea una obra primeriza.A medida que avanzábamos en la lectura de su librito, nos preguntábamos con angustia cada vez mayor cómo un poeta tan auténtico y melódico puede haber pasado desapercibido desde 1910 hasta hoy. Si fue, como parece, autor de obra única, ahí puede encontrarse parte de la explicación; igualmente determinante puede haber sido su falta de sintonía con los estilos y poéticas en boga a principios del siglo XX en Alemania. En nada se parece Loeser a Trakl o a Rilke; es grande, en cambio, su deuda con el Volkslied, con Goethe, Eichendorff y Heine.
Pero Franz Andreas Loeser fue poeta por derecho propio. Su voz merece ser escuchada.
UNSCHULD
Um deine Stirne flattert blond dein Haar,
Und deine Wangen blühn im Rosenscheine,
Um deine Lippen, mild und engelreine,
Spielt frischer Märchenzauber wunderbar.
Dein Auge leuchtet hell und sonnenklar,
Ganz unverfälscht, gleich edlem Perlenweine,
So schaut es frei und offen in das meine,
Und deines Busens schlag ist treu und wahr.
Du fühlst in deiner Brust ein heimlich Sehnen
Und einen ungestümen Drang zuweilen,
Und was du fühlest, ja du weisst es nicht.
Du möchtest gern dein Lockenköpfchen lehnen
An meine Brust, ihr etwas mitzuteilen;
Die Lippe schweigt, doch deine Unschuld spricht!
ERSCHEINUNG
Wie sie dort ruht, die Engelholde,
Wo in den Teich das Bächlein rauscht!
Wie lieblich strahlt der Mond im Golde
Auf sie, die still und sinnend lauscht,
Die holde Fee im Unschuldskleide,
Das Haupt umwölkt vom Lockenhaar,
Ihr Blick schaut seelenvoll ins Weite,
Bezaubernd schön und wunderbar!
Man sieht im Teich den Mond sich spiegeln
Und düst’res Rohr am Ufer steh’n,
Man sieht sie wie auf Engelsflügeln
Entschwinden in das Reich der Feen.
Und nun erst, da ie mir entschwunden,
Da hab’ ich wieder sie erkannt,
Da hab’ ich ihren Blick empfunden,
Den sie mir scheidend zugesandt.
Wohl möcht’ ich folgen ihrem Winken,
Denn Liebe trennt nicht Zeit noch Raum,
Gern in die Tiefe zu ihr sinken!
Doch ach! Es war ja nur ein Traum.
ABENDFRIEDEN
Abend ruht auf dem Gefilde,
Hell im Mondschein glänzt die Flur
Und es säuselt leis’ und milde
Durch das Gras ein Lüftchen nur.
Der Natur ist Ruh’ beschieden,
Alles atmet Abendfrieden.
WALDMÄDCHENS ABENDLIED
Auf den mondbestrahlten Wipfeln
Ruhet süsser Abendfriede,
Und es schlummern in den Zweigen
Meine Vöglein, sangesmüde.
Still ist’s rings, man hört zuweilen
Nur ein Rucken, in den Zweigen
Summt der Abendwind, der laue,
Leise seinen Geisterreigen.
Durch die dichtbelaubten Wipfel
Drängt sich mühsam nur ein Schimmer
Bleichen Mondlichts, meine Vöglein,
Friedlich schlummernd, stört es nimmer.
Stiller, stiller, leichenstille
Ist’s im Schatten dort der Bäume,
Und der feierliche Friede
Weht gelinde durch die Räume.
Tief im Dickicht, wohl geborgen,
Schlummern sorglos meine Tiere;
Schützend decket sie das Dunkel,
Dass kein Schaden sie berühre.
Gute Nacht, die ihr des Tages
Nur Verfolgung dulden müsset;
O wie hart, dass nur mit Klagen
Ihr das Morgenlicht begrüsset!
Möge darum desto süsser
Euch die gute Nacht erquicken
Und euch froh verträumen lassen
Alle Leiden, die euch drücken!
Gute Nacht, ihr lieben Sänger,
Neue Lieder mögen wehen
Froh durch eure süssen Träume,
Gute Nacht, auf Wiedersehen!
ABENDSTILLE
Die Sonne sinkt gleich einem Feuerballe
Und malt die Gipfel mit verklärtem Scheine,
Die Vögelein schweigen, stiller wird’s im Haine,
Die ganze Welt ist eine Friedenshalle.
Von drüben tönt ein liebliches Geschalle
Des hellen Glöckleins; von dem grünen Raine
Zieh’n heim die muntern Schäflein, gross’ und kleine,
Die still sich freu’n des Feierabends alle.
O süsser Abend, der mit Ruh’ und Frieden
Die bange Sehnsucht stillet aller Müden,
Auch meine Seele lechzt nach deiner Stille!
Doch ach! Ob du des Friedens schenkst die Fülle,
Du kennest nimmer meiner Brust Verlangen
Und bist so kalt an mir vorübergangen!
TAGESANBRUCH IM WALDE
Noch herrschet heilige
Stille im Walde, noch
Dunkelt’s unter den Wipfeln, noch
Ruht tiefer Friede alldort, wo
Gewaltsam das Licht den Frieden stört.
Noch schlummern die Vögelein
Sorglos im Neste, dem
Ruhe und Schtuz vor den Feinden all’
Die friedliche Nacht und das Dunkel
Der Blätter im hohen Wipfel gewährt.
Doch drüben im Osten schon
Siehst du, wie feurig die
Röte des Morgens und mit ihr
So manche Träne der Blätter
Gar hell um den schwindenden Frieden erglänzt.
MORGENANDACHT
Wie feierlich stille
Ruht die Natur.
Wie schaurig säuselt
Durch Wald und Flur
Ein heiliger Odem;
Siehst du nicht darin
Den Engel Gottes
Vorüberziehn?
Wie leise sein Fittich
Das Erdreich berührt!
Hast du nicht sein Wehen
Und Rauschen verspürt?
Wie seine Rechte
Den Ölzweig hält,
Den Frieden spendend
Der schlummernden Welt!
Und schaust du die Röte
Des Himmels nicht,
Den Morgenboten
Im rosigen Licht?
Horch! Ruft nicht ein Glöcklein
Herüber von fern?
Wach’ auf, meine Seele,
Und bete zum Herrn!
TRAUM IM SÜDEN
Ich hab’ im Traum das schöne Land gesehn:
Ich wandelte bei Nacht am Seegestade,
Von ferne hört ich rauschen die Kaskade
Und über mir der Palmen Wipfel weh’n.
Ich sah im Meer den blauen Himmel stehn,
Hell aus den Fluten tauchte die Najade
Und sang bezaubernd ihre Serenade,
Und winkend sah ich bald sie untergehn.
Und unter Palmen an der frischen Quelle,
Da sank ich hin, entschlief, und meine Hand
Umspielte leise murmelnd eine Welle.
Ein hübsches Lockenköpfchen kam und wand
Um meine Stirne eine Myrthe schnelle
Und küsste leise meinen Mund und schwand.
EDELMUT
Verbleibe, was du mir bisher gewesen
Und lass doch mich zu lieben nimmer ab,
Ein Herz, wie ich’s in dir gefunden hab’,
Wo sollt’ ich noch ein solches mir erlesen?
Es liess dein freies, liebevolles Wesen
Sich gern und freundlich stets zu mir herab;
Du warst mir stets ein Führer und ein Stab
Dahin, wo Seele, Herz und Mut genesen!
Du stets mir unentbehrlich an der Seiten;
Es ist nicht Pflicht, es ist der Edelmut,
Es ist die Liebe, di dich, Teure, leiten.
So lass nicht ab, mir Gutes einzuflössen,
Du, deren Herz vor Liebe nimmer ruht.
O bleibe, was du mir bisher gewesen!
NACHRUF
Traulich säuselt des Frühlings süsses gelindes
Wehen durch die Natur, die glücklich
Erwachende; aber du, trauter Herzensfreund, ach du
Sinkest in ewigen Schlummer!
Glücklich hört man und selig vom jungen Lenze
Vögelein neue Weisen anstimmen,
O Wonne! Aber dir ist es nimmer vergönnet,
Ihrem Gesange zu lauschen!
Lieblich spriessen die neu erwachten Blümchen
Aus dem grünenden Busen der Erde,
O Wonne! Aber dein freundlich Aug’ ist gebrochen und
Schauet sie nimmer, die Holden!
Selig im Glanze des neugeborenen Lenzes
Prangt die Natur, und weinend schau’ich,
Ob nicht der Lenz auch deiner gedacht und pflanze ein
Blümelein auf deinem Grabe!
GEBET
Zwei Seelen, die einander nicht verstehen,
So zieh’n wir Tag um Tag durch dieses Leben,
Und keiner kann scih recht zufrieden geben,
Denn jeder fühlt des andern kühles Wehen.
O lass den Tag, den heitern, nicht vergehen,
O lass uns nicht am niedern Staube kleben,
Wir wollen, ja ich will mein Herz erheben
Und um das deinige zum Himmel flehen:
“Du, der du jedes Herz erforschst und kennest
Und dich den König alles Friedens nennest,
Lass einen Hauch uns deines Friedens spüren!
Erschliesse bald die noch verschloss’nen Türen
Und rühre du den Busen eines jeden,
Du schaffst aus einem Tränental ein Eden!”
TRAUM VON JENSEITS
Sorgenfrei am Meeresstrande
Spielt ein blondgelockter Knabe,
Malt Figuren in dem Sande
Ohne Sinn mit seinem Stabe.
Dunkel decken Riesenwellen
Bodenlose graue Gründe,
Und ein schauriges Geheimnis
Bergen ewig diese Schlünde.
Und die blauen Augen träumen
In die unbegrenzte Weite,
Und der Sonne güld’ne Scheibe
Wird des Meeres sich’re Beute.
Und er träumt von einer Eiland,
Fern, mit blumigem Gestade,
Träumt von einer wundersamen
Fee voll Engelhuld und Gnade.
Träumt von einem güld’nen Schlosse,
Einem König, stolz und mächtig,
Träumt von Riesen und von Zwergen
Und von Rittern, wunderprächtig.
Träumt von Gold und Diamanten,
Die des Königs Huld ihm spendet,
Träumt von allem Süssen, Schönen,
Das die holde Fee ihm sendet.
Träumt – und eine grimme Welle
Spült ihm weg mit Sand und Stabe.
Alles Glück und alle Träume
Ruh’n mit ihm im Wellengrabe!
TRAUTES HEIM
Rastlos bin ich gewandert durch Deutschlands gepriesene Gauen,
Hab’ mit Vewund’rung das Land, das mich erzeugte, geschaut,
Habe geweilet, wo Sänger und Helden um Lorbeer gerungen,
Habe den Tempel der Kunst herrlich geöffnet geseh’n.
Aber mein Ziel, ich’ empfind’es tiefinnig, bist du, darum kehr’ ich,
Froh und bescheiden zu dir, Beste der Guten, zurück!
Fecha de creación : 06/10/2008 @ 04:28
Última modificación : 07/04/2008 @ 03:39
Categoría : Poesía – Desde la Niebla
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